Als Tochter von italienischen Gastarbeiter:innen kam ich 1973 in Ludwigshafen am Rhein auf die Welt. Im Alter von drei Jahren trafen wir auf eine sizilianische Familie, mit der wir zusammen zogen und eine Pizzeria in Ludwigshafen-Friesenheim eröffneten. Dort bin ich aufgewachsen. Kein Wunder, dass mein erster Weg erstmal in die Gastronomie führte und ich immer wieder auf Reisen war, auch wenn die künstlerische Ader schon in mir pochte. Nachdem ich im Jahr 2000 im Alter von 26 Jahren Mutter wurde, änderte sich mein Leben komplett – auch beruflich. Und hier begann das Theater ein wichtiger Teil meines Lebens zu werden.
» Ich suche nach vielfältigen Perspektiven. In der Literatur, im Netz, in meiner Fantasie und Biografie und vor allem in den Menschen. «
Theater zu machen ist für mich immer verbunden mit einer künstlerischen Recherche. In meinen Produktionen beschäftige ich mich mit unterschiedlichen Themen. Da geht es um das Bewahren von Fantasie, um die Rettung der Welt, um den Wandel der Jugend in den Generationen, das Thema Mutterschaft, die Zugehörigkeit, die Beziehung zum Wasser und vieles mehr. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich-relevanten Themen mit zeitgenössischen Formaten ist mein Antrieb. Biografische und dokumentarische Aspekte fließen seit jeher in meinen Arbeiten mit ein.
Ich stelle Fragen, führe Gespräche, mache Interviews. Die Spieler:innen, die vor mir stehen, werden Teil der Inszenierung, mit ihren Geschichten und Perspektiven. Was sie mitbringen, vermischt sich mit angesammeltem Wissen aus Recherche, Wissenschaft und Forschung und findet eine ästhetische Übersetzung, wird zu Text, Bewegung und Bildern.
» Theater ist ein Ort der Begegnung. Ein Ort, an dem es möglich ist, sich und Gemeinschaft zu spüren. Es ist ein Möglichkeitsraum, um über die Zukunft und die Welt nachzudenken, sich die Welt vorzustellen und in ihr zu wirken. «
Seit 2004 bin ich als Theatermacherin tätig. Ich arbeite als Regisseurin, als Performerin, als Dozentin und als Theaterpädagogin. Ich habe zahlreiche Gruppen geleitet, Kollektive (mit)gegründet, Prozesse durchlaufen, mich entwickelt. Ich blicke zurück auf über 50 Produktionen, in denen ich mitgewirkt habe. Eine Auswahl davon ist auf dieser Webseite zu sehen. Die Themen der derzeitigen Lage sind viele, drängen sich auf. Der vor mir liegende Weg ist gefüllt von Vision, von der Neugierde die Welt zu begreifen, von der Suche, der Notwendigkeit und der Wichtigkeit, weiterhin Kunst zu machen und Möglichkeitsräume zu öffnen.