Uneasy

2020

Im Rahmen des Schwindelfrei Festival

Eine künstlerische Residenz

Ein Blick eine Vulva eine Blume ein Tentakel ein Kabel ein Knoten ein Tisch. Ein Video eine Frau vier Frauen ein Spiel – Welche feministischen Verwandtschaften und Verbindungen werden in einer fabulierten Zukunft möglich?

In UNEASY experimentierten die vier Künstler:innen unterschiedlicher Generationen Giuseppina Tragni, Stefanie Büttgenbach, Leo Marielle Amsbeck und Nicole Amsbeck mit Verwebungen von Live- Performance und Video-Installation. Sie stürzten sich in ihrer Residenz lustvoll in Aushandlungen zwischen Privatem und Politischem, Hashtags und

Theorie, Generationenkonflikt und Begriffshoheit. In einer spekulativen Versuchsanordnung erforschten und befragten sie „den Feminismus“ und ihr eigenes feministisches Handeln.

In ihrer dreiwöchigen Residenz erarbeitete das Künstler:innen-Kollektiv eine begehbare Installation in einem Raum voller Pflanzen aus verschiedenen Medien – Video, Audio, belebten und unbelebten Objekten. Verschiedene Verschränkungen von Feminismen wurden entfaltet in einer Zeit, in der das Patriarchat (wieder) mehr und mehr in den Vordergrund rückt.

»It matters what stories tell stories.
It matters what thoughts think thoughts.
It matters what worlds world worlds. «

Dona Haraway

DAS FESTIVALTHEMA

FABULATIONEN – more than a single story

Welche Geschichten schreiben unsere Geschichten fort? Welche gesellschaftlichen Fabeln und Erklärungsmodelle bestimmen unseren Blick auf die Welt und unsere Stadt? Welche Gedanken denken unsere Gedanken? Welche Welten und Realitäten entwerfen wir in Sprachen und Bildern, im täglichen Denken, Sprechen, Handeln? Wer nimmt den Faden auf, wer lässt ihn fallen, wer spinnt ihn weiter? Wer ist nicht Teil der Erzählung, nicht Teil des Spiels?

Mit dem Titel FABULATIONEN – more than a single story wendet sich das Theaterfestival Schwindelfrei 2020 der Bedeutung von Narrativen für unsere täglichen Handlungen, Haltungen und Überzeugungen zu und begibt sich auf die Suche nach mehr als der einen Geschichte – nach vielfältigen, vergessenen oder zu erfindenden Mythen, Erzählungen, Visionen. Das Festival lädt dazu ein, sich fabulierend schnell gefassten Bildern und blinden Flecken in der öffentlichen Wahrnehmung zu widersetzen, die mitunter unbewusst Machstrukturen und Diskriminierungen fortschreiben („danger of a single story“, Chimamanda Ngozi Adichie).

Im Fokus stehen aktuelle ästhetische Formen, die das Theater als utopisch-kritischen Raum für unerhörte oder noch unerdachte Geschichten und Szenarien entwerfen – performative Visionen, die unseren Realitätssinn für einen Moment zu überschreiben verstehen, oder die der Realität gerade das zufügen, was ihr schmerzhaft fehlt.

Weitere Informationen zum Festival findest du hier

Fotos Lys Y. Seng

Künstler:innen Leo Marielle Amsbeck, Nicole Amsbeck, Stefanie Büttgenbach, Giuseppina Tragni

Die Ergebnisse der Residenz wurden im zeitraumexit Mannheim im Rahmen des SCHWINDELFREI vom 02. – 05. Juli 2020 gezeigt.

Unter dem Titel „FABULATIONEN – more than a single story“ präsentierte das Theaterfestival Schwindelfrei zeitgenössischen Tanz, Theater und Performance in den freien Theaterhäusern Mannheims. Partnerhäuser waren das EinTanzHaus, Theater Felina-Areal, das Theaterhaus G7 und zeitraumexit.